Wir sind die Gilde der Fantasy-Rollenspieler e. V., ein Verein von Rollenspiel- und Fantasy-Enthusiastinnen und Enthusiasten.

Seit der Gründung im Jahre 1987 blickt der Verein auf eine bewegte Geschichte zurück.

Die Zahl der Mitglieder wuchs langsam, aber stetig. Zwar war und ist die GFR, wie wir uns abkürzen, in Bonn registriert, agiert aber bundesweit. Den Kern ihrer Arbeit bilden Stammtische, Regionalvertretungen und Arbeitsgemeinschaften, die sich z. B. speziellen Rollenspielsystemen widmen.

Aus manchen dieser Regionalvertretungen oder Arbeitsgemeinschaften entstanden neue Vereine, wie z. B. die Deutsche Tolkien-Gesellschaft e.V., die Herner BuRG e.V. oder der sich gerade bildende Krefelder Rollenspielverein.

Über ihre Regionalvertretungen richtete die Gilde verschiedene kleinere Rollenspiel-Conventions entweder selbst aus oder half bei der Organisation. Vor über 30 Jahren (1989) hoben wir mit der FeenCon eine der drei großen reinen Rollenspiel-Conventions in Deutschland aus der Taufe, die jeden Sommer in der Stadthalle Bonn/Bad Godesberg stattfand. Außerdem unterstützten wir die Roleplay Convention (RPC) und zuletzt die CCXP mit unserem erfahrenen Team bei der Spielrundenverwaltung und -organisation.

Das von uns produzierte Magazin Windgeflüster war über lange Jahre hinweg auch für Nicht-GFRlerinnen und GFRler eine gern gelesene Publikation.

„Unsere“ Fee

Obwohl die Zahl der Mitglieder von einem Hoch von über 300 inzwischen wieder bei ca. 130 Personen angekommen ist, zählen wir Menschen von überall in Deutschland zu unseren Mitgliedern.

Wie auch bei anderen Vereinen nahm die Zahl an Mitgliedern und gerade auch der Aktiven aus verschiedenen Gründen in den letzten Jahren ab. Die Windgeflüster wurde eingestellt, die Zahl der Helfer bei Conventions schwand, auch viele Stammtische, Regionalvertretungen und Arbeitsgemeinschaften wurden nicht mehr fortgeführt. Die Gilde konzentrierte sich vornehmlich auf die Spielrundenorganisation auf der RPC und die Durchführung der FeenCon.

2020 war ein schwieriges Jahr für uns. Nicht nur, dass die Corona-Pandemie Präsenzveranstaltungen wie die FeenCon unmöglich machte, es zeichnete sich auch eine schwere finanzielle Krise für den Verein ab. 2021 drohte schließlich das Ende des Vereins. Dank einiger engagierter Mitglieder, aus denen sich auch ein neuer Vorstand fand, kann dieses vielleicht abgewendet werden. Wie es dann weitergeht? Das ist dann eine neue Geschichte …

Was ist ein Rollenspiel?

Bei einem Rollenspiel treffen sich in der Regel vier bis sechs Menschen, um ein phantastisches Abenteuer zu durchleben. Üblicherweise übernimmt eine Person die Rolle der Spielleitung und verkörpert „die Welt“, d. h. alle Personen, Wesen und Situationen, mit und in denen die erdachten Figuren der übrigen Spielerinnen und Spieler agieren. Zudem erzählt die Spielleitung, was die Figuren sehen, und achtet auf die Einhaltung der Regeln, die vornehmlich in besonderen Situationen zum Tragen kommen, z. B. einem Kampf.

Die Spielenden verkörpern unterschiedliche Rollen wie z. B. in einer klassischen Fantasywelt einen Ritter, eine Magierin, einen Zwerg oder eine Elfe. Jede Figur ist charakterisiert durch eine Reihe an Fertigkeiten und Eigenschaften, die zumeist durch nummerische Werte repräsentiert werden. In bestimmten Situationen entscheiden die Spieler und Spielerinnen, wie ihre Figuren agieren und übernehme dabei auch deren Sprechrolle. Je nach gegebener Aufgabe kommen dann oftmals Würfelwürfe zum Einsatz, um mit diesem Zufallselement, basierend auf den Fertigkeits- und Eigenschaftswerten, über den Erfolg oder das Scheitern einer Handlung zu befinden.

„Ziel“ ist es, mit dieser Gruppe von Figuren ein sogenanntes Abenteuer, eine Geschichte, zu erspielen und zu bestehen, z. B. einen sagenumwobenen Schatz aus einer von Gespenstern bewachten Ruine zu bergen. Ein solches Abenteuer kann von wenigen Stunden bis zu Wochen an Spielzeit dauern. Deshalb treffen sich viele Rollenspielgruppen mehr oder weniger regelmäßig, um zu spielen.

Zu den bekanntesten Rollenspielsystemen gehören zum Beispiel Dungeons & Dragons (D&D), Das Schwarze Auge (DSA) oder Call of Cthulhu. Doch die wahre Vielfalt ist deutlich umfassender.

Was ist eine Convention?

Hinter dem englischen Begriff Convention verbirgt sich eine besondere Art von Tagung. Letztlich ist es in unserem Fall eine Zusammenkunft von Freundinnen und Freunden des Rollenspiels, die über Stunden, teilweise auch Tage gemeinsam ihrem Hobby nachgehen: spielen, sich austauschen, informieren oder aber auch in Workshops und Lesungen neue Erkenntnisse gewinnen.

Kleinere Conventions finden in der Regel in Jugend- oder Gemeindezentren, größere in Stadthallen oder Schulen statt. Unsere FeenCon verzeichnete in den vergangenen Jahren selten weniger als 1.000 Besucher an einem Wochenende. Diese trafen auf Dutzende Aussteller (Verlage, Künstlerinnen, Autoren etc.) und Händlerinnen. Zeitgleich fanden auch jeweils um die einhundert Spielrunden, Lesungen und Workshops in den Sälen und Räumen des Gebäudes und auf dem Außengelände statt.

Um eine Convention zu besuchen, ist es nicht erforderlich Mitglied in einem Rollenspiel Verein zu sein. Auch als Neueinsteiger in das Hobby, der noch „sein“ System für sich entdecken möchte oder über den Tellerrand hinausschauen mag, ist eine Convention immer ein guter Startpunkt.